Regionale Förderlinie für die Romandie - Launch Grants
Warum wir fördern
Regionalmedien leisten nicht nur einen zentralen Beitrag zur Medienvielfalt, sondern stellen auch ganz praktisch eine flächendeckende Medienversorgung sicher. Dank ihrer tiefen regionalen und gesellschaftlichen Verankerung können sie eine hohe Relevanz entfalten, indem sie glaubwürdig und entlang demokratischer Werte über die sozialen, politischen, wirtschaftlichen sowie kulturellen Realitäten ihrer Region berichten.
Der Rückgang an Medienvielfalt in der Romandie ist im DACH-weiten Vergleich bisher stark; der Abbau an Medienangeboten nimmt zu und damit auch der schleichende Verlust journalistischer Talente.
Mit den „Launch Grants“ (Projektfinanzierungen) unterstützt der Media Forward Fund deshalb gemeinwohlorientierte Medienorganisationen mit Sitz in der Schweiz bei der Markteinführung in der Romandie eines für die Organisation am regionalen Markt bislang unerprobten und damit neuen Angebots, Formats, Vertriebswegs oder Erlösquelle. Ziel im Rahmen der Förderung ist der Aufbau, die Validierung oder Schärfung des jeweiligen Geschäftsmodells. Dabei leisten die Projekte einen wichtigen Beitrag zur regionalen medialen Versorgung in der Romandie und nutzen idealerweise Herangehensweisen, die sich von bestehenden Ansätzen im DACH-Raum und/oder im Medienmarkt der französischsprachigen Westschweiz unterscheiden. Besonderer Fokus liegt dabei auf der partizipativen oder interaktiven Einbindung und/oder Erreichung von Zielgruppen, die bisher von Medien vernachlässigt werden.
Wen wir fördern
Eine Medienorganisation bzw. ihr Projekt ist förderfähig, sofern alle nachstehenden Anforderungen erfüllt werden:
- Die Organisation besteht bereits oder hat sich kürzlich gegründet
- Die Organisation hat ihren registrierten Hauptsitz als Körperschaft zumindest in der Schweiz, im Bestfall aber in den Kantonen der Romandie, wofür zusätzliche Punkte vergeben werden
- Die Organisation ist gemeinnützig
- Die Organisation verkörpert demokratische Werte
- Die Organisation ist bereits journalistisch-publizistisch tätig mit einem Fokus auf der Romandie
- Französisch ist die Hauptsprache der Berichterstattung - der Großteil der Inhalte ist also genuin französischsprachig und nicht bloß ins Französische übersetzt
- Die Organisation muss gemeinwohlorientiert sein. Das bedeutet, dass die Umsätze ihrer Arbeit überwiegend mit der Absicht erwirtschaftet werden, den Journalismus in seiner gesellschaftlichen Aufgabe zur Förderung der Volksbildung und der Demokratie zu stärken.
- Sie arbeitet auf Grundlage anerkannter journalistisch-redaktioneller Standards, und verpflichtet sich den Grundsätzen des Schweizer Presserats.
- Bei dem zu lancierenden Vorhaben handelt es sich um ein für die Organisation bislang am Markt unerprobtes und damit neues Angebot, Format, Vertriebsweg oder Erlösquelle im publizistisch-journalistischen Bereich mit Fokus auf der Romandie
Der Media Forward Fund kann derzeit keine Förderungen vergeben für:
- Schulen, Hochschulen, öffentliche Forschungseinrichtungen, Kunst- und Bildungsprojekte
- öffentlich-rechtliche Medien
- Interessensverbände, Thinktanks
- Einzelunternehmen oder Einzelpersonen, die nicht Teil einer Organisation sind
- Service- und Technologieanbieter
- Plattformen, die mehrheitlich journalistische Inhalte Dritter kuratieren
- PR- oder Nachrichtenagenturen
- Produktionsfirmen, die keine neuartige Herangehensweise nachweisen und somit auch keinen Beitrag zur Transformation des Mediensektors leisten können
- Organisationen, die sich noch in Gründung befinden
Wie wir fördern
Mit unseren „Launch Grants“ (Projektförderungen) unterstützen wir gemeinwohlorientierte Medienorganisationen mit Sitz in der Schweiz bei der Markteinführung in der Romandie eines für die Organisation am regionalen Markt bislang unerprobten und damit neuen Angebots, Formats, Vertriebswegs oder Erlösquelle.
Dabei leisten die Projekte einen wichtigen Beitrag zur regionalen medialen Versorgung in der Romandie und nutzen idealerweise Herangehensweisen, die sich von bestehenden Ansätzen im DACH-Raum und/oder im Medienmarkt der französischsprachigen Westschweiz unterscheiden. Besonderer Fokus liegt dabei auf der partizipativen oder interaktiven Einbindung und/oder Erreichung von Zielgruppen, die bisher von Medien vernachlässigt werden.
Der Entwicklungsstand des zu lancierenden Vorhabens muss zum Zeitpunkt der Bewerbung hinreichend genug sein, damit ein erfolgreicher Launch und der Aufbau / die Validierung / oder Schärfung des jeweiligen Geschäftsmodells während der Förderphase erzielt werden können. Das bedeutet also, dass ihr mit eurem lancierten Vorhaben erste Umsätze erzielen werdet.
Mit den Launch Grants der regionalen Förderlinie für die Romandie unterstützen wir ausschließlich Medienorganisationen, die einen nachweisbar journalistisch-publizistischen Fokus auf diese Region haben:
Projektförderung für kleine und große Non-Profit-Medienorganisationen |
| Für kleine und große gemeinnützige Medienorganisationen vergibt der Fund Projektförderung von in der Regel bis zu CHF 125.000,- für ein Jahr. |
Zusätzlich zu unserem finanziellen Beitrag stellt der Media Forward Fund unseren Förderpartner*innen mit dem Upskilling-Angebot auch ergänzende Formen der Unterstützung bereit. Dazu zählen thematische Deep Dives, Learnings Visits und Coaching. Konkrete Bedarfe eruieren wir dabei gemeinsam im Dialog.
Der Media Forward Fund kann keine Förderungen vergeben für:
- Gründung einer Organisation / eines Unternehmens
- Kongress- oder Netzwerkanlass, Events
- Studie, Begleitforschung oder einzelnes Recherchevorhaben
- Stipendium
- Launch einer technischen Lösung oder Services für Medienschaffende oder
- Medienhäuser (Infrastruktur)
- Nachfinanzierung eines bereits laufenden Projekts
Übersicht Launch Grants für die Region der Romandie
| Non-Profit-Medienorganisationen (steuerbefreit) | |
| Fördertyp | Projektförderung |
Fördersumme für kleine (≤ 30 VZÄ) oder große Organisation (≥ 30 VZÄ) | CHF 125.000,- |
| max. Förderdauer | 12 Monate |
| Co-Finanzierung | / |
| Ausschreibungs-zeitraum | jährlich |
Übersicht förderfähige Kosten
Personalkosten Gehaltskosten, die weder unmittelbar noch regelmäßig ausbezahlt werden, wie z. B. Sonderzahlungen, Sachleistungen, Prämien und andere Leistungen sowie Abfertigungen sind nicht förderfähig |
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Büro- und Verwaltungsausgaben | / | |
Reise- und Unterbringungskosten | max. 10% der beantragten Fördersumme
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Dienstleistungen Honorare für freie Dienstnehmer*innen, Beratung, Werkleistungen Der Fund erbringt keine Förderleistung für etwaige Sozialversicherungsbeiträge. |
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Kosten im Zusammenhang mit eigenen Veranstaltungen oder Sitzungen (außer DL, s.o.) |
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Aus- und Weiterbildung |
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Kosten für die Anschaffung technischer Anlagen und Maschinen, insbes. aktivierbare Investitionen in materielle Anlagewerte | / | |
Zeitplan Ausschreibung 2026
| Phase Auswahlprozess | Vorläufiger Zeitraum (Anpassungen sind möglich) |
| Info-Event (online) | 01. September: 12:30-14:00 Uhr |
| Kurzintro | 07. September bis 18. September 2026 |
| Beurteilung der Förderfähigkeit und Entscheidung über Einladung zu Erstgespräch | |
| Erstgespräch | fortlaufend bis 16. Oktober 2026 |
| Beurteilung der Förderfähigkeit und Entscheidung über Einladung zu Antragserstellung | |
| Erstellung Förderantrag (innerhalb von max. drei Wochen) | fortlaufend bis 06. November 2026 |
| „Show & Discuss“ mit der Jury | Mitte Januar |
| Förderentscheidung | KW 5/ 2027 |
| Projektstart | spätestens zwei Monate nach erfolgter Zusage |
Häufig gestellte Fragen
Auf unserer FAQ-Seite finden sich Antworten auf häufig gestellte Fragen zu dieser Förderlinie.
Wonach wir auswählen
Im Auswahlprozess stehen drei Bereiche im Vordergrund: eure journalistische Arbeit, eure Organisation und das zu lancierende Vorhaben. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind hierbei die folgenden fünf übergeordneten Auswahlkriterien:
Transformation
- Wir unterstützen gemeinwohlorientierte Medien und Projekte, welche die Rolle der Medien in unserer Gesellschaft nachhaltig stärken und einen wesentlichen Mehrwert für den Mediensektor in der Romandie schaffen können. Dabei setzen sie auf Herangehensweisen, die sich von bestehenden Ansätzen im DACH-Raum und/oder im Medienmarkt der Romandie abheben.
- Wir glauben, dass die Nachhaltigkeit des Journalismus insbesondere von veränderten Arbeitsabläufen in den Redaktionen, der Interaktion mit Nutzer*innen und dem Mut zu neuen Geschäftsmodellen abhängt
Wir prüfen deshalb unter anderem das Transformationspotenzial der Förderung für die Organisation nach innen durch die erfolgreiche Markteinführung in der Romandie eines neuen Angebots, Formats, Vertriebswegs oder Erlösquelle und nach außen, indem dabei neue Herangehensweisen ausprobiert werden. In diesem Kontext interessiert uns, ob das zu lancierende Vorhaben Potenzial hat, auch nach der Förderphase im Markt fortzubestehen und zu wachsen, ob das Verhältnis von Kosten und erwartbarer Wirkung im Förderantrag stimmig ist, und ob das Vorhaben Teil einer langfristigen Strategie ist.
Nutzerzentrierung
- Wir fördern Medien und Projekte, die für und über die Region der Romandie berichten, die Teilhabe an (politischen) Entscheidungen ermöglichen und die für eine pluralistische Gesellschaft sowie für die liberale Demokratie eintreten.
- Medien, die den Informationsbedarf der Allgemeinheit oder einer spezifischen Nutzergruppe decken wollen, müssen vertrauenswürdig sein.
Wir prüfen deshalb unter anderem den nutzerzentrierten Arbeitsfokus und die Bedarfsanalyse in der Zielgruppe.
Vielfalt
- Wir fördern insbesondere Medien und Projekte, die für „underserved communities“ berichten, damit der Journalismus in Zukunft allen gesellschaftlichen Gruppen besser dient – insbesondere jenen, die in der Vergangenheit in den Medien vernachlässigt wurden.
Wir prüfen deshalb unter anderem den partizipativen und inklusiven Charakter der Berichterstattung insbesondere für „underserved communities“ und Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und Inklusion innerhalb der Belegschaft.
Unabhängigkeit
- Wir fördern Medien, damit diese auch in Krisen kritisch und unabhängig berichten – auch unabhängig von uns: Wir mischen uns niemals in die Berichterstattung der geförderten Medien und Projekte ein. Die Pressefreiheit ist einer der Grundpfeiler der liberalen Demokratie.
Wir prüfen deshalb unter anderem die (nachweisbar vorgesehene) strukturelle und personelle Trennung zwischen redaktionell-inhaltlichen und kommerziellen Bereichen, die redaktionelle und wirtschaftliche Unabhängigkeit sowohl von einzelnen institutionellen und privaten Gelgebenden als auch von Anzeigeaufträgen und Sponsoring sowie eine strategisch ausgerichtete Arbeitsweise auf organisatorischer und wirtschaftlicher Ebene.
Qualität
- Wir fördern Medien, die demokratische Werte verkörpern und ihre Arbeit entlang anerkannter journalistisch-redaktioneller Standards ausrichten. Im Mittelpunkt des Qualitätsjournalismus stehen Unabhängigkeit, Sorgfalt, Nachvollziehbarkeit, Wahrhaftigkeit, Sachlichkeit und Transparenz.
Wir prüfen deshalb unter anderem die Selbstverpflichtung zur Arbeit nach den Grundsätzen des länderspezifischen Presserats, festgeschriebene redaktionelle Standards im Einklang mit demokratischen Werten und institutionalisierte Mechanismen, um diese zu überwachen, die transparente Kennzeichnung fremder, kommerzieller und gesponserter Meinungsbeiträge, das Vorhandensein fachlicher und journalistischer Kompetenz und die Offenlegung von Finanzquellen.
Regionalität
- Wir fördern Medien, die als Regionalmedien vor Ort und gesellschaftlich in der Romandie verankert sind. Denn nur so kann glaubwürdig über die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Realitäten der Region berichtet werden.
Wir prüfen deshalb unter anderem, ob der journalistisch-publizistische Arbeitsfokus nachweislich auf der Romandie liegt, Französisch die Hauptsprache der Berichterstattung ist, überwiegend originäre Inhalte auf Französisch, statt lediglich Übersetzungen publiziert werden und ob das Team über umfassende regionale Kenntnisse verfügt.
Zusätzlicher Hinweis:
Die Förderwürdigkeit wird zudem von den folgenden zusätzlichen Kriterien bedingt:
- Durchschnittlicher Anteil eigener veröffentlichter Werke (also keine Agenturmeldungen, keine aggregierten/kuratierten Werke Dritter und keine überwiegend KI-generierten Inhalte) an all den veröffentlichten Werken der Gesamtorganisation liegt im Jahresschnitt über 70%.
- Anteil der regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen von Nutzenden am gesamten digitalen Erlös der Gesamtorganisation (ohne E-Paper bei Printverlagen) liegt über 30 %. (Gilt nur für große Medien)
Auswahlprozess
1. Kurzintro
Mit dem Ausfüllen des kurzen Online-Formulars steigt ihr in den Bewerbungsprozess ein. Ihr bestätigt, dass ihr unsere Grundanforderungen der Förderwürdigkeit erfüllt, stellt euch kurz vor – und vor allem: Präsentiert ihr euer Vorhaben prägnant und überzeugend.
Achtet bitte darauf, dass der Link zur Kurzintro aus technischen Gründen nur einmal genutzt und eure Antworten auf die Fragen nicht zwischengespeichert werden können. Es erfolgt keine automatische Eingangsbestätigung.
2. Erstgespräch
Sofern ihr förderwürdig seid und euer Vorhaben aus der Kurzintro zu unseren Förderzielen passt, möchten wir euch gern bei einem maximal 30-minütigen Telefon-/Videogespräch näher kennenlernen. Für das Gespräch sollte kein zusätzlicher Vorbereitungsaufwand anfallen.
Vorschau Leitfaden Erstgespräch
3. Förderantrag
Wenn ihr uns im Erstgespräch hinsichtlich unserer sechs übergeordneten Auswahlkriterien überzeugt habt, erhaltet ihr von uns eine Einladung zur Antragserarbeitung. Bevor ihr jedoch mit dem Antrag loslegt, habt ihr die Option für ein freiwilliges Beratungsgespräch. Ziel des Gesprächs ist es, gemeinsam inhaltliche und formelle Fragen zu klären und Ideen für die Ausgestaltung eines geeigneten Vorhabens sowie für die Entwicklung eines überzeugenden Antragsnarrativs auszutauschen.
Für die Ausarbeitung eures Förderantrags und die dazugehörigen Anlagen habt ihr insgesamt 3 Wochen Zeit. Eurem Antrag sind außerdem folgende Anlagen beizufügen:
- Launchplanung auf Grundlage von Meilensteinen
- Kosten- und Finanzierungsplan
- Traffic- und Lesermarktplanung für das Jahr der Förderung
- Betriebsbudgetplan für das laufende Jahr und Folgejahr
- von offizieller Revisionsstelle geprüfte aktuelle oder vorläufige Jahresrechnung des letzten Geschäftsjahres
- aktueller Handelsregisterauszug des Vereins (noch in Prüfung, tbd.)
- aktuelle Steuerbefreiungsverfügung (noch in Prüfung, tbd.)
Statuten
- Prototyp-Entwurf (optional)
- für das Vorhaben relevanter letzter Jahresbericht (optional)
- Redaktionsstatuten (optional)
- Strategie- oder Businessplan (optional)
- Evaluationsbericht(e) (optional)
4. Due Diligence & Launch-Präsentation
Nach umfassender Prüfung eures Antrags setzen wir den Auswahlprozess mit den aussichtsreichsten Vorhaben fort. Dabei unterstützen wir euch mit Feedback bei etwaigen Nachbesserungen von euren Anträgen, während wir im Media Forward Fund-Team den Due Diligence-Prozess zu eurer Organisation vertiefen.
5. „Show & Discuss“ mit der Jury
Auf Grundlage der eingereichten Antragsunterlagen und einer Präsentation eures Launch-Vorhabens mit anschließender Diskussion entscheidet eine mehrköpfige Jury abschließend über die Vergabe der Förderungen.
Guideline Bewerbung
In unserer Guideline zur Bewerbung findet ihr neben einer Checkliste zu unseren Anforderungen für eure Förderfähigkeit die wichtigsten Infos zur Kurzintro, dem Antrag und der Due-Diligence-Prüfung sowie dem Pitch vor der Jury zusammengefasst.
Kontakt & Feedback
Als noch sehr junge Organisation verstehen wir uns als Team, das mit und von seinen Bewerbenden und Förderpartner*innen lernt. Wenn ihr also Feedback zu unserer Website, unserem Bewerbungs- und Auswahlprozess oder der Zusammenarbeit mit uns habt, schreibt uns gern hier anonym oder meldet euch unter funding@mediaforwardfund.org.