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Was wir fördern

Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung, der Transformationskrise im Journalismus und einer Ausdehnung sogenannter Nachrichtenwüsten wollen wir einen Beitrag zu mehr unabhängigen Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen leisten, die hervorragende Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren.

Denn eine starke Demokratie lebt davon, dass die Versorgung mit verlässlichen und glaubwürdigen Informationen für alle dauerhaft sichergestellt und eine aktive Beteiligung an der öffentlichen Debatte möglich ist. 

Wir fördern deshalb Organisationen und Projekte, die mit ihrer Arbeit Lücken auf struktureller Ebene oder in der regionalen/lokalen Berichterstattung oder in der nationalen/überregionalen Berichterstattung schließen. 
Besonderes Augenmerk gilt dabei Medienorganisationen, die für jene Zielgruppen berichten, die bislang vom Journalismus vernachlässigt werden.

Zu fördernde Organisationen - oder Tochterorganisationen ausländischer Organisationen - müssen entweder in Deutschland, Österreich oder der Schweiz registriert sein. 

Außerdem müssen sie gemeinwohlorientiert sein. Das bedeutet, dass die Gewinne des Mediums mit der Absicht erwirtschaftet werden, der Stärkung des Journalismus zu dienen.

Die Bewerbungen für den Media Forward Fund sind ab jetzt geöffnet! Wir freuen uns auf euch und eure Bewerbungen.

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Wie wir fördern

Unsere Förderlinien unterteilen sich in eine allgemeine Förderlinie und eine themenbezogene Förderlinie

Letztere fokussiert sich auf Wissenschafts-, Bildungs-, Kultur-, sowie Umwelt- und Klimajournalismus. Über zukünftige Ausschreibungen für die themenbezogene Förderlinie werden wir an dieser Stelle informieren. 

In der allgemeinen Förderlinie fördern wir regionale/lokale und nationale/überregionale Medien:

Organisationsförderung

für kleinere Medien

Kleinere Medien bis 30 angestellte Vollzeitäquivalente (VZÄs) in der Gesamtorganisation haben die Wahl zwischen Organisationsförderung (»core funding«) oder Projektförderung. Somit können sie selbst entscheiden, wie die Fördermittel am besten eingesetzt sind.

Projektförderung

für kleinere und größere Medienhäuser

Größere Häuser sind förderberechtigt, sofern sie gemeinwohlorientiert sind (»kein Shareholder-Journalismus«) und die Projekte im Verhältnis 50:50 co-finanzieren.

Zusätzlich zu unseren finanziellen Förderangeboten stellen wir unseren Förderpartner*innen auch ergänzende Formen der Unterstützung bereit wie z.B. Capacity Building (»Förderung PLUS«).

Die tatsächlichen Bedarfe eruieren wir dabei gemeinsam im Dialog. 

Der Media Forward Fund kann derzeit keine Förderungen vergeben für:

  • öffentlich-rechtliche Medien 

  • Interessensverbände

  • Kongress- und Netzwerkanlässe

  • Studien, Begleitforschung, einzelne Recherchevorhaben 

  • Stipendien

  • Einzelunternehmen oder Vorhaben von Einzelpersonen, die nicht Teil einer Organisation

  • Vorhaben, die sich noch in der Ideenphase befinden

  • Organisationen oder Projekte, die lediglich ein weiteres, ähnliches Angebot neben vielen anderen Vorhandenen bereitstellen. Denn sie schließen somit keine strukturelle oder inhaltliche Lücke, die außer ihnen sonst niemand adressieren würde (Zusätzlichkeit)

  • Nachfinanzierung eines bereits laufenden Projekts

Übersicht Förderungen allgemeine Förderlinie
 OrganisationsförderungProjektförderung
 Kleine MedienorganisationGroße Medienorganisation
max. Fördersumme400.000,- €200.000,- €200.000,- €
Förderquote/50%
max. Förderdauer                                    24 Monate
Ausschreibungszeitraum                               ca. alle 4 Monate
Übersicht förderfähige Kosten
 Organisationsförderung Projektförderung 

Personalkosten

Gehaltskosten, die weder unmittelbar noch regelmäßig ausbezahlt werden, wie z. B. Sonderzahlungen, Sachleistungen, Prämien und andere Leistungen sowie Abfertigungen sind nicht förderfähig

 

Angestellte (Voll- und Teilzeit)Angestellte (Voll- und Teilzeit)
Büro- und Verwaltungsausgaben
  • Büromiete
  • Büromaterial
  • allgemeine Buchführung
  • IT-Systeme
  • Kommunikation (z.B. Telefonie)
/

Reise- und Unterbringungskosten 

Reisekosten richten sich nach dem Bundesreisekostengesetz und der Übersicht zu Übernachtungspauschalen 2023/2024 im Ausland des Bundesfinanzministeriums

 

  • Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Flugzeug
  • Anmietung von Mietwagen
  • Unterbringungskosten 

max. 10% der beantragten Fördersumme

  • Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Flugzeug
  • Anmietung von Mietwagen
  • Unterbringungskosten
Dienstleistungen
  • freie Dienstnehmer*innen (Honorare)
  • Kosten für Beratung, Aus- und Weiterbildung, 
  • Kosten für Schulungen und Trainings
  • Teilnahme an Veranstaltungen (z.B. Teilnahmegebühren)
  • Studien oder Erhebungen (z. B. Bewertungen, Strategien, Konzeptpapiere, Planungskonzepte, Handbücher);
  • Entwicklung, Änderungen und Aktualisierungen von IT-Systemen und Websites
  • Rechtsberatung und Notariatsleistungen, technische und finanzielle Expertise
  • Prüfungsdienstleistungen;
  • Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen oder Sitzungen (einschließlich Miete, Catering und Dolmetscherdienste);
  • Übersetzungen
  • freie Dienstnehmer*innen (Honorare)
  • Kosten für Beratung, Aus- und Weiterbildung, 
  • Kosten für Schulungen und Trainings
  • Teilnahme an Veranstaltungen (z.B. Teilnahmegebühren)
  • Studien oder Erhebungen (z. B. Bewertungen, Strategien, Konzeptpapiere, Planungskonzepte, Handbücher);
  • Entwicklung, Änderungen und Aktualisierungen von IT-Systemen und Websites
  • Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen oder Sitzungen (einschließlich Miete, Catering und Dolmetscherdienste);
  • Übersetzungen
Kosten für die Anschaffung technischer Anlagen und Maschinen, insbes. aktivierbare Investitionen in materielle Anlagewerte
  • Büroausrüstung
  • IT-Hard- und Software
  • Mobiliar und Ausstattung
  • Maschinen und Instrumente
/
Zeitplan Ausschreibung allgemeine Förderlinie 2024
Phase Auswahlprozessvorläufiger Zeitraum (Anpassungen sind möglich)
Kurzintro02. Juli bis 06. September 2024
Beurteilung der Förderfähigkeit und Entscheidung über Einladung zu Erstgespräch
Info-Events (online)

30. Juli 2024: 12:30-14:00 Uhr (Deutsch)

27. August 2024: 12:30-14:00 Uhr (Englisch)

ErstgesprächOngoing bis 13. September 2024
Beurteilung der Förderfähigkeit und Entscheidung über Einladung zu Antragserstellung

Erstellung Förderantrag 

(innerhalb von max. 5 Wochen)

Ongoing bis 04. Oktober 2024
Abschluss Due Diligence & Erstellung Pitchdeck21. Oktober 2024 bis 8. November 2024
Pitch vor der Jury26. und 27. November 2024
Förderentscheidung KW 49 2024

Info-Events

Mit jeder Ausschreibung veranstalten wir zwei online Info-Events (1x auf Deutsch, 1x auf Englisch) im Umfang von ca. 60-90 Minuten, um euch den Media Forward Fund und den Auswahlprozess vorzustellen. Fragen können vorab mit der Anmeldung eingereicht oder live beim Event gestellt werden. Anmeldungen sind ab sofort möglich. 

30. Juli 2024: 12:30-14:00 Uhr (auf Deutsch)

Jetzt anmelden

27. August 2024: 12:30-14:00 Uhr (auf Englisch)

Jetzt anmelden

Wonach wir auswählen

Im Auswahlprozess stehen drei Bereiche im Vordergrund: eure journalistische Arbeit, eure Organisation und das vorgeschlagene Vorhaben. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind hierbei die folgenden fünf übergeordneten Auswahlkriterien: 

Transformation
  • Wir fördern gemeinwohlorientierte Medien und Projekte, welche die Medienlandschaft und deren Rolle in unseren Gesellschaften nachhaltig stärken können.

  • Wir glauben, dass die Nachhaltigkeit des Journalismus auch von veränderten Arbeitsabläufen in den Redaktionen, der Interaktion mit Nutzer*innen, der Anwendung neuer Herangehensweisen und dem Mut zu neuen Geschäftsmodellen abhängt.

Wir prüfen deshalb unter anderem das Transformationspotenzial durch eine Förderung, ob ein tragfähiges und zukunftsfähiges Geschäftsmodell in Aussicht steht, das Skalierungspotenzial, die Verhältnismäßigkeit von Kosten und erwartbarer Wirkung im Förderantrag und ob die angestoßenen Entwicklungen nach Förderende verstetigt werden können.

Nutzerzentrierung
  • Wir fördern Medien und Projekte, die für (lokale) Gemeinschaften berichten, die Teilhabe an (politischen) Entscheidungen ermöglichen und die für eine pluralistische Gesellschaft sowie für die liberale Demokratie eintreten.
  • Medien, die den Informationsbedarf der Allgemeinheit oder einer spezifischen Nutzergruppe decken wollen, müssen vertrauenswürdig sein.

Wir prüfen deshalb unter anderem den nutzerzentrierten Arbeitsfokus und die Bedarfsanalyse in der Zielgruppe.

Vielfalt
  • Wir fördern insbesondere Medien und Projekte, die für„underserved communities“ berichten, damit der Journalismus in Zukunft allen gesellschaftlichen Gruppen besser dient – insbesondere jenen, die in der Vergangenheit in den Medien vernachlässigt wurden.

Wir prüfen deshalb unter anderem die Adressierung struktureller Lücken oder Lücken in der regionalen/lokalen oder in der nationalen/überregionalen Berichterstattung, die Zugänglichkeit der Berichterstattung insbesondere für „underserved communities“ und die Repräsentation dieser Zielgruppen in den eigenen Reihen der antragsstellenden Organisationen. 

Unabhängigkeit
  • Wir fördern Medien, damit diese auch in Krisen kritisch und unabhängig berichten – auch unabhängig von uns: Wir mischen uns niemals in die Berichterstattung der geförderten Medien und Projekte ein. Die Pressefreiheit ist einer der Grundpfeiler der liberalen Demokratie.

Wir prüfen deshalb unter anderem die strukturelle und personelle Trennung zwischen redaktionell-inhaltlichen und kommerziellen Bereichen, die inhaltliche Unabhängigkeit von Anzeigeaufträgen und die Krisenresilienz durch eine langfristig nachhaltige Finanzplanung.

Qualität
  • Wir fördern Medien, die ihre Arbeit entlang anerkannter journalistisch-redaktioneller Standards ausrichten. Im Mittelpunkt des Qualitätsjournalismus stehen Wahrhaftigkeit, Sorgfalt, Sachlichkeit, Transparenz und Unabhängigkeit.

Wir prüfen deshalb unter anderem die Selbstverpflichtung zur Arbeit nach den Grundsätzen des Pressekodex, festgeschriebene redaktionelle Standards und institutionalisierte Mechanismen, um diese zu überwachen, das Vorhandensein fachlicher und journalistischer Kompetenz und die Offenlegung von Finanzquellen.

Zusätzlicher Hinweis für große Medien

Bei Medienorganisationen mit mehr als 30 angestellten Vollzeitäquivalenten (VZÄs) in der Gesamtorganisation wird die Förderfähigkeit zudem von den folgenden zusätzlichen Kriterien bedingt: 

  1. Durchschnittlicher Anteil eigener Werke pro Tag an all den Werken der Gesamtorganisation (ohne Agenturmeldungen und ohne überwiegend KI-generierte Inhalte) liegt über 70 %.
  2. Anteil der regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen von Nutzenden am gesamten digitalen Erlös der Gesamtorganisation (ohne E-Paper bei Printverlagen) liegt über 30 %.

Auswahlprozess

1. Kurzintro

Über ein Online-Formular bestätigt ihr, unsere Grundanforderungen der Förderfähigkeit zu erfüllen und stellt eure Organisation sowie euer Vorhaben prägnant vor.  

Achtet bitte darauf, dass der Link zur Kurzintro aus technischen Gründen nur einmal genutzt und eure Antworten auf die Fragen nicht zwischengespeichert werden können.

Vorschau Kurzintro 

2. Erstgespräch

Sofern ihr förderfähig seid und euer Vorhaben zu unseren Förderzielen passt, möchten wir euch gern bei einem maximal 30-minütigen Telefon-/Videogespräch näher kennenlernen. Für das Gespräch sollte kein zusätzlicher Vorbereitungsaufwand anfallen. 

Vorschau Fragen Erstgespräch 

3. Förderantrag

Wenn ihr uns im Erstgespräch hinsichtlich unserer fünf übergeordneten Auswahlkriterien überzeugt, erhaltet ihr von uns eine Einladung zur Antragserarbeitung. Hierfür habt ihr maximal 5 und mindesten 3 Wochen Zeit, falls ihr spät dran seid.

Vorschau Förderantrag Projektförderung

Vorschau Förderantrag Organisationsförderung

4. Due Diligence & Pitchdeck

Nach umfassender Prüfung eures Förderantrags setzen wir den Auswahlprozess mit den aussichtsreichsten Vorhaben fort, indem wir den Due Diligence-Prozess vertiefen und euch bei der Erstellung eines Pitchdecks als Grundlage für euren Pitch vor unserer Jury unterstützen.

5. Pitch vor der Jury 

Im letzten Schritt stellt ihr euer Vorhaben unserer Jury in einem 30-40-minütigen Pitch persönlich in Berlin vor. Die Reisekosten werden von uns übernommen. 

Anschließend erhaltet ihr Rückmeldung von uns über die Entscheidung der Jury.

Solltet ihr nicht erfolgreich gewesen sein, habt ihr die Möglichkeit, ausführliches Feedback zu erhalten.


Guideline zur Bewerbung

Erreichbarkeit und Feedback

Bei Fragen zu unserem Bewerbungs- und Auswahlprozess stehen wir euch im Rahmen unserer Q&A-Stunde ab Mitte Juli gern telefonisch zur Verfügung. Bitte prüft jedoch vorab, ob eure Frage nicht bereits in den FAQs beantwortet wird. Buchungen für Gesprächsslots sind voraussichtlich ab der Woche vom 15. Juli möglich. 

Als noch sehr junge Organisation, verstehen wir uns als Team, das mit und von seinen Bewerbenden und Förderpartner*innen lernt. Wenn ihr also Feedback zu unserer Webseite, unserem Bewerbungs- und Auswahlprozess oder der Zusammenarbeit mit uns habt, schreibt uns gern hier anonym.